Produktdetails
![]() |
Die Tore von Damaskus: Eine arabische ReiseQuelle: AmazonISBN: 3492230881 9,95 EUR
inkl. gesetzl. MwSt, ggf. zzgl. Versandkosten
Direkt zum Shop
|
Features
Beschreibung
Kunden Meinungen
Dessert gegen Hauptgericht
Datum:22.07.2007 - Rating: 5/5Die Vergangenheit sei "für die Menschen im Westen das Dessert, für die Araber dagegen das Hauptgericht" wird von Hala die marokkanische Soziologin Mernissi zitiert.
Und damit sind wir schon mittten im Buch: Es handelt von der Soziologin Hala, die von ihrer Freundin, der Reisejournalistin Lieve Joris, in Damaskus besucht wird. Dieser Besuch zieht sich über Monate hin. In diesen Monaten sieht die Autorin, dass der Blick ihrer Freundin immer matter und stumpfer wird: die aktuelle politische und die persönliche Situation von Hala sind die Ursache. Halas Mann, ein überzeugter Kommunist, ist schon seit 10 Jahren im Gefängnis, ohne je vor Gericht gestellt worden zu sein. Frau und Tochter hoffen immer noch, dass er bald freikommt.
In dieser Zeit geben die Familie, der Clan Hala Halt. Aber: Die Familie zerstört auch jede Individualität; es gibt einfach außerhalb der Familie keine Welt, in der jeder seine eigenen Regeln aufstellen kann.
Nebem der rein persönlichen Problematik zeigt dieses Buch, das, obwohl aus den 90er Jahren stammend, von einer bestürzenden Aktualität ist, die Probleme des (heutigen) Staates Syrien: permanente Überwachung durch die Spitzel des Geheimdienstes; die typische Wehleidigkeit vieler Bürger, die für all ihre Probleme Israel und die USA verantwortlich machen und sich nicht selber bei der Nase nehmen wollen; Antiintellektualismus und Bildungsfeindlichkeit; die Notwendigkeit von WASTA (=Beziehungen), ohne die praktisch nichts läuft; der Nepotismus der herrschenden Schichten usw.
Ein intimer, dabei bestürzender Einblick in den syrischen Alltag, der 2007 auch kaum anders aussehen dürfte!
Damaskus - anders sehen!
Datum:09.01.2003 - Rating: 4/5Damaskus ist ein wunderbare Stadt, eine Stadt, die einem neugierigen Touristen sehr viel gibt. Man sieht vieles, die Leute sind höflich, gastfreundlich. Als Tourist sieht man aber selten hinter die Kulissen, Gespräche mit den Einheimischen bleiben (wenigstens bei mir) irgendwie an der Oberfläche.
Die niederländische Reiseschriftstellerin Lieve Joris sah tiefer in die syrische Realität hinein. Sie studierte vor Jahren mit der Syrerin Hala in Bagdad.
1992/93 besucht sie sie wieder in der Stadt Damaskus.
Hala lebt mit mit ihrer Tochter alleine (was in dieser Stadt sehr exotisch ist), ihr Mann, ein dogmatischer Marxist, wurde vor 12 Jahren von der Geheimpolizei verhaftet.
Alleine, im Hintergrund ihre Familie und die Familie des Ehemannes, die sich nur schwer abfinden mit einer alleinlebenden Frau, im Hintergrund aber immer auch der Ehemann mit seinen traditionellen Lebensvorstellungen.
Ein schwieriges Leben.
Die Autorin schildert nun diesen Besuch.
Das Leben bei der Freundin zu Hause.
Besuche bei den Eltern.
Reisen im Land, unter anderem nach Palmyra, nicht zum Touristen-Palmyra, sondern zum Gefängnis.
Für alle, die Syrien besuchen wollen, ein empfehlenswertes Buch..
Faszinierende Reise durch das heutige Syrien
Datum:08.05.2002 - Rating: 5/5Lieve Joris hat ihre Freundin Hala in Damaskus besucht und in ihrem hier vorliegenden Buch schildert sie ihre Eindrücke.
Die ersten Monate hat sie fast ausschließlich mit ihrer Freundin und ihrer Familie verbracht, somit auch das syrische Leben aus einer einzigen Perspektive gesehen.
Diese Beschreibungen des Alltages in Damaskus sind spannend, man leidet mit, man kann die quirligen Gassen von Damaskus fast schon vor sich sehen, wie man auch den Suq hören und riechen kann, aber auch als Leser bekommt man lediglich diesen einen Blickwinkel vermittelt.
Ist man dann jedoch bei ca. der Hälfte des Buches angekommen, und Lieve Joris mit neuen Leuten zusammengetroffen, fängt das Syrienbild das vorher aufgebaut wurde an zu wackeln. Eine Reise nach Palmyra und eine Wüsentwanderung fangen an neue Sichtweisen und Zweifel an dem vorher erlebten einzubringen.
Nicht nur beim Leser, sondern auch bei Lieve Joris.
Wie die Autorin bleibt auch der Leser für den Rest des Buches gefühlsmäßig hin- und hergerissen und das in westlichen Nachrichten verbreitete Arabien Bild ist auch nachhaltig auf den Kopf gestellt.
Jedoch versteht es die Autorin ausgezeichnet keine Wertung mit einzubringen. Emotionen - ja. Allerdings werden diese dann mit einem abgekühlten Gemüt immer wieder etwas genauer betrachtet!
Emigrierte Syrer von den Lieve Joris in ihrem Buch schreibt, werfen ihren Landsleuten vor sich nicht wirklich für die anderen, westlichen Kulturen zu interessieren. Doch wie stark interessieren sich die westlichen Kulturen eigentlich für die arabische?
Eine Frage die sich dem Leser immer wieder aufdrängt bleibt auch zum Schluss noch unbeantwortet. Was unterscheidet uns, was teilt uns eigentlich wirklich in zwei Lager?
Als ich selbst einmal in Syrien war und Aleppo besucht habe, hat mir ein muslimischer Freund eine Anekdote erzählt: Es waren einmal drei Brüder, die ihren Weg zusammen gingen. Dann kam Jesus und einer der Brüder ging mit Jesus. Dann kam Mohammed und ein anderer ging mit Mohammed. Der dritte Bruder ging alleine weiter. Aber wir bleiben doch trotz allem immer Brüder!
Schön wäre es wenn sich dieses Denken weiter verbreiten würde...
Damaskus-eine unbekannte Kultur
Datum:29.01.2001 - Rating: 5/5Wer kennt schon Damaskus und erst gar das Leben einer jungen Frau in dieser Stadt, die ihr Kind alleine durchbringen muß. Der Mann ist seit Jahren als politischer Häftling eingesperrt, Hala, die junge Syrerin lehrt an der Universität, wird aber daneben von ihrer Familie total vereinnahmt. Über dem Alltagsleben schwebt das Damoklesschwert der mukhabarat (Geheimpolizei). Doch das ist nur die eine Seite, des auch lebensfrohen und farbenprächtigen Damaskus.
